Dachfenster-Größen und -Typen: Was passt wohin?
Jedes Dachfenster hat zwei Entscheidungen: welcher Typ, welche Größe. Beide hängen vom Raum ab — und eine falsche Wahl ärgert 20 Jahre lang.
Die vier wichtigsten Fenstertypen
Schwingfenster
Der Flügel dreht sich um eine mittige horizontale Achse. Griff oben — das ist das klassische Dachfenster. Sehr verbreitet, einfach zu bedienen, solange die Brüstung mindestens 90 cm hoch ist. Bei niedrigerer Brüstung stößt man beim Öffnen mit dem Kopf an.
Ideal für: Standard-Wohnräume, normale Deckenhöhen.
Klapp-Schwing-Fenster
Der Flügel lässt sich zusätzlich wie eine Tür weit nach außen aufklappen. Griff unten, freier Ausblick in Sitz- oder Stehposition.
Ideal für: Altbauten mit niedrigem Kniestock, Wohnzimmer mit Aussicht.
Ausstiegsfenster
Lässt sich seitlich nach außen aufschwenken und dient als Notausstieg oder Zugang aufs Dach (z. B. für Schornsteinfeger). Bei vielen Spitzbodensanierungen baurechtlich vorgeschrieben.
Ideal für: Speicher, Spitzboden, Wohnung im 2. DG.
Cabrio-Fenster (nur Velux)
Das Fenster wird beim Öffnen zum Mini-Balkon: Der obere Teil schwingt nach oben, der untere klappt nach vorne und gibt ein Geländer frei. Architektonisch aufwendig, aber spektakulär.
Ideal für: Wohnzimmer oder Schlafzimmer mit Aussicht, Premium-Sanierungen.
Größen — die Norm-Bezeichnungen verstehen
Sowohl Roto als auch Velux verwenden standardisierte Größencodes. Bei Velux heißt z. B. MK06:
- MK = Breite 78 cm
- 06 = Höhe 118 cm
Die gängigsten Größen im Bestandsbau sind MK04 (78×98), MK06 (78×118) und MK08 (78×140). Roto nutzt ähnliche Kürzel.
| Code | Breite × Höhe | Typisch in |
|---|---|---|
| CK02 / SK02 | 55×78 cm | Bäder, kleine Nischen |
| MK04 | 78×98 cm | Standard-Schlafzimmer, Gästezimmer |
| MK06 | 78×118 cm | Wohnzimmer, Bestand-Standardgröße |
| MK08 | 78×140 cm | Große Wohnräume, viel Lichtbedarf |
| PK08 | 94×140 cm | Neubau, größere Räume |
| UK08 | 134×140 cm | Premium-Einbau, Wohnzimmer |
Wie groß muss das Fenster sein?
Faustregel
Die Fensterfläche sollte mindestens 10 % der Bodenfläche des Raumes betragen — das ist auch die baurechtliche Mindestanforderung für Aufenthaltsräume in Baden-Württemberg.
Rechenbeispiel: 20 m² Dachzimmer → mindestens 2 m² Fensterfläche → z. B. ein MK08 (1,09 m²) plus ein MK06 (0,92 m²). Oder zwei MK06 nebeneinander.
Unsere Empfehlung: Eher zu groß als zu klein. Mehr Licht macht den Raum größer, freundlicher und wertvoller. Der Kostenunterschied zwischen MK06 und MK08 ist oft nur 150–250 €.
Positionierung — wo genau hin?
Brüstungshöhe
Die Unterkante sollte 90–110 cm über dem Fußboden liegen. Niedriger: Gefahr beim Schwingfenster (Kopf stößt an, Kinder können hinausfallen). Höher: Man sieht im Sitzen nur die Decke gegenüber.
Oberkante
Die Oberkante sollte mindestens 200 cm über dem Fußboden liegen, besser 220 cm. Sonst wirkt der Raum gedrückt, und große Menschen schauen beim Stehen darüber hinweg.
Abstand zu Sparren
Zwischen Fenster und nächstem Sparren braucht es beim Einbau etwas Luft — wir planen das beim Aufmaß. In der Regel steht ein Fenster einer bestimmten Breite immer „zwischen zwei Sparren" des Dachs.
Mehrere Fenster kombinieren
Wenn ein einzelnes Fenster zu wenig Licht bringt, ist die Kombination oft spannender als ein einzelnes Riesen-Fenster:
- Zwei nebeneinander: Lichtband-Effekt, modern, großzügig.
- Eins oben, eins unten: „Velux Studio"-artig, mehr Höhe.
- L-Anordnung über Eck: dramatischer Lichteinfall — aber planungsintensiv.
- Unterelement (Zusatzfenster unten): verlängert das Hauptfenster nach unten bis fast zum Boden — perfekt bei Wohnzimmern mit Aussicht.
Fazit
Bei der Wahl von Typ und Größe helfen drei Fragen: Wie hoch ist meine Brüstung? Wie viel Licht brauche ich (10 %-Regel)? Nutze ich den Raum zum Sitzen, Schlafen oder Durchgang?
Wenn Sie diese drei Fragen beantwortet haben, ist die Wahl meist schnell klar. Und wir zeigen Ihnen beim Aufmaß, was am Ende wirklich in Ihr Dach passt.
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